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Abb.: Klaus Bauerfeld

Humboldt-Universität zu Berlin - Sprachenzentrum

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6. Tag der Fachsprachen und Philologien

am Sprachenzentrum der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Am 14.05.2011 lud die Länderarbeitsgemeinschaft der Hochschullektor/innen Berlin-Brandenburg (LAG BB) mit freundlicher Unterstützung der Zentraleinrichtung Sprachenzentrum der Humboldt-Universität zu Berlin zum 6. Tag der Fachsprachen und Philologien ein. Auch 2011 trafen sich wieder viele interessierte Fremdsprachenkolleg/innen aus Berlin und Brandenburg zu fachkundigen Vorträgen und Austausch.

Die Tagung stand unter dem Motto "Lokal – regional – international".

Dr. Annekatrin Thyrolf, Lehrkraft am Sprachenzentrum der Humboldt-Universität, begann mit dem Thema "Lokal", indem sie die Stadt Berlin als einen wahren Schatz für Lerner/innen des Deutschen darstellte. Im Unterricht findet keine reine Informationsvermittlung statt, sondern es werden Verständnis und Empathie entwickelt. Dabei helfen Ausflüge, wie z. B. zum Mauermuseum oder ein Besuch im Konzerthaus, im Reichstagsgebäude oder in Museen. Die Ausflüge werden natürlich methodisch-didaktisch von den Lehrenden vorbereitet. Auch Plakate auf der Straße oder eine Stadtrallye eignen sich für die Lernarbeit.

Awatif Hasoon, ebenfalls Lehrkraft am Sprachenzentrum der Humboldt-Universität, sprach zur Situation der arabischen "Community" in Deutschland. Dabei ging sie auch auf die geschichtliche Entwicklung ein, um deutlich zu machen, warum Araber/innen alles andere als eine homogene Gruppe in der Bundesrepublik darstellen, und beschrieb das Phänomen der "Halbsprachigkeit", d. h. der mangelnden Beherrschung sowohl des Arabischen als auch des Deutschen. Sie machte darauf aufmerksam, dass Arabisch – die klassische Sprache des Korans – auf der Ebene der mündlichen Sprache in viele Dialekte zersplittert ist, was es für Lernende des (Hoch-) Arabischen schwierig macht, sich mit in Berlin lebenden Araber/innen zu verständigen. Es gibt im Übrigen viele Gegner einer Reform der Sprache, in deren Augen die Heilige Sprache des Korans unverändert bestehen bleiben soll. An den Universitäten in Deutschland wird derzeit allerdings vor allem Medialarabisch oder "modernes Arabisch" unterrichtet.

Dr. Andreas Bahr von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) berichtete unter dem Stichwort "Regional" über die Lage in und nahe der Grenzstadt. Wer den Begriff "Słubfurt" noch nicht gehört hatte, bekam eine spannende Erläuterung. Der Referent nahm sein Auditorium mit auf einen Ausflug in beiden Städte: Frankfurt (Oder) auf der deutschen und Słubice auf der polnischen Seite. Er ging auf gemeinsame Projekte ein, von der Frühvermittlung von Fremdsprachen über die Weiterbildung von Dolmetscher/innen und Übersetzer/innen, die Förderung von Mehrsprachigkeit in Behörden und Institutionen bis hin zu Interkulturellen Trainings und Mediation.

Der Leiter des Sprachenzentrums des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, Gunnar Hille, gab schließlich einen Einblick in die Arbeit seiner international tätigen Institution. Er sprach davon, dass man durch das Lernen und Beherrschen von Sprachen "den Menschen ein Gesicht gibt, wenn man in die Gastländer geht", und brachte einige konkrete Beispiele aus der Praxis. Das Auswärtige Amt hat 1500 Mitarbeiter/innen zu schulen und nutzt dafür die Dienste von etwa 250 überwiegend freiberuflich Lehrenden. Interkulturelles Lernen steht dabei ganz oben auf der Liste. Aber auch die E-Learning-Plattform "Moodle" tut guten Dienst, insbesondere wenn die Mitarbeiter/innen bereits im Ausland sind.

Wie immer wurden viele nützliche Kontakte für die Arbeit geknüpft und ausgetauscht.

Der Vorstand der LAG BB bedankt sich herzlich bei allen Vortragenden für ihre interessanten Beiträge und bei den Anwesenden für ihre rege Beteiligung an den Diskussionen. Dr. Tatjana Lischitzki