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Abb.: Klaus Bauerfeld

Humboldt-Universität zu Berlin - Sprachenzentrum

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11. UNIcert® -Fortbildungsworkshop am 20.11.2010 an der Universität Regensburg

Die Kolleginnen der Abteilung Slawische Sprachen nahmen zum Thema: UNIcert®: Ausbildung – Ausbildung – Ausbildung an drei verschieden Arbeitsgruppen teil.

Schwerpunkt der Arbeit in der AG 1 UNIcert®-Basis: Die Ausbildung war die Diskussion über die Einführung einer neuen UNIcert®-Stufe „Basis“ (GERS A2) für strukturell distante Sprachen (z. B. slawische Sprachen, Arabisch, Chinesisch, Japanisch).

Ladislava Holubova (Hochschule Weiden) stellte am Beispiel Tschechisch die Ausbildung auf der Stufe UNIcert®-Basis vor. In diesem Vortrag wurden die Kursbeschreibung und -dauer, die Lernziele für alle vier Sprachtätigkeiten sowie die Leistungserhebung dargestellt.

Im anschließenden praktischen Teil wurde in Kleingruppen die Deskriptoren für die Stufe A2 im Hinblick auf Hochschulbezogenheit und -adäquatheit diskutiert und Empfehlungen für Textsorten formuliert.

Alle Teilnehmer/innen waren sich einig, dass die Einführung einer Stufe UNIcert®-Basis A2 mit einem Umfang von 8-12 SWS für distante Sprachen den Bedarfen an den Hochschulen und Universitäten entspricht.

Die Zielstellung der AG 2 Textsorten in der UNIcert®-Ausbildung auf der Stufe I bestand in Folgendem:

  • Feststellung der Textsorten, die im Rahmen der Grundstufenausbildung überhaupt auftreten;
  • Überprüfung der Relevanz dieser Textsorten im Hinblick auf GERS und UNIcert®-Spezifik;
  • Diskussion der Vermittelbarkeit von Textsorten auf dieser Niveaustufe;
  • Vorstellung des Lehrwerks TANGRAM (B1) u. a. Lehrwerke sowie deren Analyse im Hinblick auf Möglichkeiten der Textsortenarbeit;
  • Diskussion: Was heißt „Textsortenkompetenz“ und wie lässt sich diese erreichen?
  • Vorstellung von Kurs-/Lehrplänen und Unterrichtsbeispielen zur Textsortenarbeit;

 

Übereinstimmend wurde festgestellt, dass die Möglichkeiten einer Herausbildung einer Textsortenkompetenz auf der Stufe von UNIcert® I stark begrenz sind. Im Wesentlichen ist die Auswahl auf persönliche Briefe, E-Mails, einfache Monologe und Dialoge beschränkt. Jedoch bieten sich im Rahmen rezeptiver Sprachtätigkeiten durchaus weitere Textsorten an. So kamen Textsorten wie Annoncen, Werbetexte, Ankündigungen u. ä. zur Sprache. Frau Fichtelmann stellte das Lehrbuch „Gente“ vor und verwies auf die Einsetzbarkeit verschiedener Textsorten. Insgesamt wurde von allen Lehrkräften der mangelhafte Bezug der eingesetzten Lehrbücher zur Hochschulpraxis kritisiert. Eine umfangreiche Zuarbeit durch die Lehrkräfte ist hier unumgänglich.

Um der Forderung einer konsequenten Relevanz unserer Texte für die Hochschulpraxis zu entsprechen, genügen lexikalische und grammatische sowie stilistische Mittel auf der UNIcert®-Stufe I nicht. Hier sollte generell der Studentenalltag insgesamt akzeptiert werden, da sich fachspezifische und wissenschaftliche Themen auf dieser Stufe nur in sehr geringem Umfang und auch dann nur rezeptiv vermitteln lassen.

In der AG 3 UNIcert®-Ausbildung auf Stufe II ging es um die Ausbildungsmodelle auf der UNIcert®-Stufe II (allgemeinsprachlich). Im Mittelpunkt stand die Bestimmung der Kriterien unter Berücksichtigung des GERS und der UNIcert®-Richtlinien für das Zielniveau der Stufe II.

Als erstes beschäftigte sich die AG mit dem Vergleich der UNIcert®-Niveaustufenbeschreibungen und dem GERS. Dabei fiel allen auf, dass die Kriterien beider Bewertungsmodelle eher als verschwommen anzusehen sind. Vor allem ist es schwierig die Grenze zur nächst höheren Ebene (also C1 bzw. UNIcert® III) festzulegen. Es wurden konkrete Wortmarkierungen – der Art: deutlich, systematisch usw. – vermisst. Wir wünschten uns mehr eindeutige Marker für eine sicherere Abgrenzung, mehr Systematik, stützende Details.

Die UNIcert®-Stufe II wurde somit folgendermaßen umschrieben: Es handelt sich um die unterste empfohlene Mobilitätsstufe. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, im Ausland ein Teilstudium zu absolvieren und mit Einschränkungen Seminaren und Vorlesungen folgen können. „Mit Einschränkungen“ benötigt eine Präzisierung, nämlich „im Bezug auf behandelte Themen seines Faches bzw. Interessensgebiets“. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass das UNIcert® II-Profil sich vor allem an der Fähigkeit erkennen lässt, systematisch etwas darzulegen, zu argumentieren, zu diskutieren, Stellung zu nehmen, zu strukturieren. Der Studierende soll z.B. auch in der Lage sein, einen kohärenten und strukturierten Vortrag bzw. eine Präsentation zu halten, dabei Kontakt mit den Zuhörern aufrecht erhalten und auf Zwischenfragen antworten zu können. Diese Fertigkeiten sollen auch in der Ausbildung in besonderem Maße gefördert werden.

Im zweiten Teil der AG-Arbeit wurde ein Musterangebot für die Kurse unter Berücksichtigung der Sprachkompetenzen und der Inhalte erstellt.

Dr. Ch. Roth